Die Baden-Württemberger Kultusministerin Dr. Annette Schavan übernahm am 16.01.2001 das Amt als Präsidentin der Kultusministerkonferenz im Sekretariat der Kultusministerkonferenz in Bonn von ihrem Vorgänger dem Bremer Bildungssenator Willi Lemke.
Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz) ist ein Zusammenschluss der für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder. Sie beruht auf einem Übereinkommen der Länder.
Die Kultusministerkonferenz wurde im Jahre 1948, also noch vor der Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie ging aus einer "Konferenz der deutschen Erziehungsminister" hervor, die am 19. und 20. Februar 1948 unter Teilnahme von Vertretern aus allen damaligen Besatzungszonen in Stuttgart stattfand. Nachdem den Ministern aus der sowjetischen Zone eine weitere Teilnahme von ihrer Besatzungsmacht nicht erlaubt wurde, vereinbarten die Kultusminister der Länder der drei westlichen Besatzungszonen noch im gleichen Jahr, am 2. Juli 1948, dass ihre Konferenz zu einer ständigen Einrichtung werden sollte. Sie konstituierten sich als "Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder" und errichteten für Ihre Zusammenarbeit ein ständiges Sekretariat.
Nach der Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 und der Wiedererrichtung der Länder im Gebiet der ehemaligen DDR traten die Kultusminister der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am 7. Dezember 1990 der Kultusministerkonferenz bei; Berlin ist nach der Vereinigung seiner westlichen und östlichen Stadtteile als Ganzes in der Konferenz vertreten.
In ihrer Antrittsrede betonte die Präsidentin Dr. Annette Schavan am 16.01.2001 unter anderem:
"Der Europäische Rat in Lissabon hat im März des vorigen Jahres den europäischen Bildungsraum auf hohem Qualitätsniveau als Ziel bekräftigt. Er hat damit zugleich der Bildungspolitik in der EU einen neuen und perspektivischen Stellenwert zugemessen.
Das ist eine Reaktion auf die Herausforderungen der Globalisierung, der wir mit einer europäischen Antwort begegnen müssen. Im Kern stehen wir damit vor der Herausforderung Elemente einer allgemeinen Bildung in und für Europa zu entwickeln und langfristig stufenweise in der Praxis zu realisieren. In diesem Zusammenhang muss allerdings auch klar sein, dass nationale Systeme nicht in einem europäischen Bildungssystem aufgehen. Dem stehen die unterschiedlichen Traditionen, notwendige Freiräume für eigene Reformen und Innovationen, Wettbewerb und politische Verantwortung vor Ort entgegen. Die Länder treten in der Kultusministerkonferenz so wie im Bundesrat nachdrücklich im Sinne des Subsidiaritätsprinzips für eine fördernde und unterstützende Rolle der europäischen Institutionen im Bildungsbereich ein. Dies geschieht z. B. über den Weg der Förderprogramme der EU, die in steigendem Umfang zu unmittelbarer Kooperation unter unseren Bildungseinrichtungen führen und den Austausch innovativer Entwicklungsmodelle gewährleisten. In allen Diskussionen europäischer Bildungs- und Kulturpolitik muss gelten: Verantwortlichen werden nicht von oben nach unten zugewiesen. Der Wert der regionalen und nationalen Politik muss ernst genommen werden. Die europäische Ebene muss sich auf das konzentrieren, was nicht mehr in sinnvoller Weise national geregelt wird. Es ist nur natürlich, das ein föderal strukturiertes Mitgliedsland auf diesen Gesichtspunkt besonders hinweisen wird."
Weitere Informationen zur Kultusministerkonferenz unterwww.kmk.org